Tipp 10 – Halte laufend Kontakt

Halte laufend mit Headhuntern Kontakt. Nur so kannst du Informationen über zukünftige Traumjobs erhalten, die möglicherweise nicht inseriert werden. Halte dazu deine Jobprofile auf XING und/oder LinkedIn aktuell und nehme Kontaktanfragen von Headhuntern an. Achte auch darauf, dass deine Kontaktdaten, speziell deine Handynummer, aktuell sind. Vielleicht möchtest du eine Website mit deinem Lebenslauf? Je mehr du im Web zu finden bist, desto mehr Chancen hast du, dass auch Social Media Recruiter auf dich zukommen. Auf diese Weise könntest du eines Tages ein wirklich interessantes Angebot bekommen.

Obwohl ich als Headhunter äußerst diskret bei Anrufen in Firmen vorgehe, habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen entspannter sind, wenn solche Gespräche über’s Handy gehen.

 

Tipp 9 – Sei bitte nicht empfindlich

Nachdem sich der Headhunter ein konkretes Bild über dein berufliches Leben anhand deines Lebenslaufs machen konnte, kann er genau prüfen, ob du mehrheitlich die Anforderungen des suchenden Unternehmens erfüllst. Wenn dir dann doch abgesagt wird, nimm es nicht persönlich, diesmal hat es nicht funktioniert. Arbeitgeber, die Personal über Headhunter suchen, haben oft präzise Vorgaben über gewünschte fachliche Erfahrungen und Kenntnisse. Wenn das gesamte Prozedere mit dir gut gelaufen ist, hast du das nächste Mal die besten Karten.

Du kannst dir in der Regel ein Feedback oder Update innerhalb von bis zu 3 Wochen vom Headhunter erwarten.

 

Tipp 8 – Unterlagen schicken

Wenn die Stelle für dich interessant klingt, du auf jeden Fall weitergehen und somit deine Unterlagen dem Headhunter vertraulich schicken möchtest: Bitte keine ausführlichen Unterlagen, wie zum Beispiel Zertifikate von Weiterbildungen, Schulzeugnisse usw. Ein gut gestalteter CV – ohne Schnickschnack, Font Spielereien aber mit einem aktuellen, professionellen Foto – reicht zur Vorbereitung auf weitere Gespräche aus. Wenn du versprochen hast, deinen CV zu schicken, dann erledige das bitte auch zeitnah.

Sobald der Headhunter nachfassen muss, gerät dein womöglich ernsthaftes Interesse ins Wanken. Daher ist es von Vorteil, seinen CV stets aktuell zu halten, dann musst du nicht erst Zeit ins Aktualisieren investieren und kannst ihn zügig versenden.

 

Tipp 7 – Keine Angst!

Der gesamte Kontakt mit einem Headhunter ist vertraulich und geheim. Diskretion ist selbstverständlich für Headhunter. Du kannst explizit verlangen, dass in der ersten Phase auch der potentielle Arbeitgeber deinen Namen nicht erfährt.

Ich gebe ohne Erlaubnis generell keinerlei Informationen weiter, denn die Diskretion muss in alle Richtungen gewahrt werden. Und solange du nicht weißt, um welches Unternehmen es geht, kannst du keine Erlaubnis erteilen.

 

Tipp 6 – Frage nicht

Frage nicht als erstes, wie hoch das Gehalt sein wird. Du kannst angeben, was du dir bei einem Wechsel an Gehalt vorstellst. Alles andere ist zu einem späteren Zeitpunkt Verhandlungssache, denn jetzt geht es vorerst um die Inhalte der Position.

Ein höheres Gehalt allein ist keine so gute Basis für einen Jobwechsel durch einen Headhunter. Warum? Der neue Arbeitgeber wird den Eindruck bekommen, dass du immer wieder wechselbereit sein könntest, wenn etwas mehr Gehalt angeboten wird. Überlege dir gerne, was dich sonst zu einem Jobwechsel motivieren könnte, zum Beispiel Mitarbeiterverantwortung, kürzerer Arbeitsweg, ein Home Office-Tag usw.

 

Tipp 5 – Headhunter sind nicht allwissend

Wenn danach gefragt wird, gib in Stichworten Informationen über deine derzeitige Position. Keine Sorge: Headhunter sind sehr verschwiegen. Hast du Führungsverantwortung? An wen berichtest du? Wie groß ist dein Team? Seit wann bist du in der Position? Nur so kann er einschätzen, ob die Position, die er dir anbieten möchte, auch wirklich zu dir passt bzw. ob es ein passender Karriereschritt für dich sein könnte. Wenn nicht, kann er dir vielleicht etwas anderes aus seinem Portfolio anbieten.

Ich biete immer an, dass ich deine Unterlage gerne für die Zukunft in Evidenz nehme. Somit kann ich dich in Zukunft bei einem anderen Suchmandat gezielt ansprechen und informieren – wenn du möchtest.

 

Tipp 4 – Überprüfe genau

Überprüfe die angebotene Position genau. Lasse dir auf jeden Fall eine schriftliche Stellen­beschreibung zuschicken.
Bei einem konkreten Auftrag wird der Headhunter ein klares Bild der zu besetzenden Position vermitteln können. Wenn ein Headhunter die sogenannte „Erstansprache“ durchführt, ist der Name des suchenden Unternehmens meist vertraulich – aus verschiedenen Gründen: Die offene Position ist noch besetzt und die Person weiß noch nicht, dass sie leider ersetzt werden soll, oder die Branche ist sehr klein und man will nicht, dass der Mitbewerb mitbekommt, dass das Unternehmen Personal aufstockt. Habe bitte Verständnis dafür; etwas später im Bewerbungsprozess wirst du es natürlich erfahren. Sobald es mir möglich ist, gebe ich dir die Information. Zum überwiegenden Teil haben die meisten Menschen dafür Verständnis, denn sie wollen auch selbst, dass Informationen zu ihrer Person diskret und vertraulich behandelt werden.

!! In den letzten Jahren hat sich ein anderes Personalvermittlungsmodell etabliert: Personaldienstleister, die Lebensläufe an suchende Unternehmen „auf Erfolg“ vermitteln. Das bedeutet, dass Lebensläufe gesammelt und ohne Suchmandat bei Unternehmen präsentiert werden, die gerade Jobinserate veröffentlicht haben. Sollte daraus eine Anstellung entstehen, bekommt der Headhunter ein „Erfolgshonorar“, das bei Vertragsunterzeichnung fällig wird. Dieses Modell wird gerne bei IT oder technischen Positionen angeboten. Ich arbeite nicht so.

Tipp 3 – Antworte nicht

Antworte nicht „Ich suche keinen neuen Job.“ Denn: Gesucht wird, wer gerade nicht sucht. Das Wesen des Headhunting und des Social Media Recruiting ist es, Menschen zu erreichen, die heute gut in ihrem Job etabliert sind und gar nicht an einen Jobwechsel denken. Eine interessante berufliche Option angeboten zu bekommen kostet nur ein paar Minuten Zeit. Gehe auf das Gespräch ein und lasse dich kurz und unverbindlich informieren. Relationship Building.

Zu 99 % sind Menschen froh, über eine offene Stelle informiert zu werden, die oft im verdeckten Arbeitsmarkt nicht inseriert wird.

Tipp 2 – Frage jetzt nicht

Der Headhunter hat sich nun vorgestellt und fragt, ob Sie kurz Zeit für ein Gespräch haben oder ob der Zeitpunkt ungünstig ist. Frage jetzt nicht „Woher haben Sie meinen Namen?“ Der Headhunter wird es dir nicht sagen dürfen. Oft erhalten Headhunter Empfehlungen von Personen, die aber anonym bleiben möchten. Vertraulichkeit in alle Richtungen zu wahren ist das Um und Auf der Headhunter.

Sieh es als Kompliment und freue dich, dass du empfohlen oder gefunden wirst. Solltest du den Job bekommen, kann ich es dir meistens dann sagen – so will es oft die Quelle (Empfehlungsgeber).

Tipp 1 – Blocke jetzt nicht ab

Es läutet dein Telefon. Am Arbeitsplatz. Das Festnetz.
Der Anrufer: „Guten Tag, können Sie kurz mit mir sprechen? Ich bin ein Headhunter.“
Du: „?!?!“

Blocke jetzt nicht ab. Denn du könntest eine einmalige Chance verpassen! Wenn es nur irgendwie geht, nimm dir jetzt 5 Minuten Zeit. Wenn du nicht reden kannst, sage das offen („kann ich zurückrufen?“), aber du kannst ja kurz zuhören und erfahren, worum es konkret geht. Oder teile deinem Gesprächspartner mit, wann ein Telefongespräch günstiger wäre. Diesen Termin dann auch unbedingt einhalten (dauert nicht lange). Manche heben dann leider nicht ab und nehmen das Gespräch nicht wichtig. Fehler, denn es könnte der Beginn einer guten Beziehung in deinem Berufsleben sein. Was ist, wenn du plötzlich selbst eines Tages schnell einen neuen Job brauchst? Dann kannst du auf gut gepflegte Beziehungen zu Headhuntern zurückgreifen, die dir vielleicht sofort helfen können.

Ich bin es gewohnt, dass Menschen, die ich während ihrer Arbeitszeit anrufen muss, weil ich noch keine Handynummer habe, meistens nicht frei sprechen können. Da ich niemand in Verlegenheit bringen und trotzdem kurz Kontakt aufnehmen möchte, bin ich nach all den Jahren sehr sensibilisiert dafür, wenn mein Anruf gerade mehr als ungünstig kommt. Ich höre das sofort in ihrer Stimme und spreche es an. Damit weiß die Person, dass ich bescheid weiß und kryptische, leise Antworten überhaupt kein Problem für mich sind. Ich schlage dann vor, ein Gespräch am Abend in Ruhe zu führen. Oft erlebe ich aber, dass die Person mit mir am Hörer woanders hingeht, um kurz mit mir in Ruhe zu sprechen.